WISSEN Newsletter Nr. 13 vom 27.02. 2002
Der Email-Newsletter von Katz und Partner für WISSEN-Insider
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Wissen als Produktionsfaktor Management in der Wissensgesellschaft Status-Quo von Wissensverlust und Wissensbewahrung in Unternehmen 2002 _____________________________________________________________________
"Kopfarbeit oder Wissensarbeit nimmt massiv an Bedeutung zu. Das Management von Kopfarbeitern verlangt nach neuen Führungsgrundsätzen, weil in der Wissensgesellschaft der Mensch den Job organisiert." Fredmund Malik
Liebe Leserin, lieber Leser
Für mich nahm dieses Jahr einen so rasanten Start, dass ich bis jetzt keine Zeit und Musse fand, einen neuen Newsletter zu schreiben.
Aus aktuellem Anlass ist es jetzt wieder so weit: An der Ludwig-Maximilians-Universität München werden "Wissensbewahrungsstrategien" erarbeitet. In einem ersten Schritt geht es um eine Bestandesaufnahme, was in Unternehmen bereits praktiziert wird.
Dazu finden Sie im letzten Teil dieses Newsletters den Pressetext und die Links, über welche Sie selber an der Untersuchung teilnehmen können. Je mehr Unternehmen mitmachen, desto aussagekräftiger werden die Ergebnisse.
Als Teilnehmer haben Sie einen direkten Nutzen: Sie erhalten einen Ergebnisbericht und die Dissertation "Wissensbewahrungsstrategien"!
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---------------- Wissen als Produktionsfaktor -----------------------
Taylors "Scientific Management" und die damit einher gehende Rationalisierung hat die Produktivität in den Industrieländern um den Faktor 50 - 100 erhöht.
Der Ansatz: Manuelle Tätigkeiten setzen sich aus einer Summe von einzelnen Bewegungen zusammen, die optimiert und teilweise von Maschinen ausgeführt werden können. Die von Menschen auszuführenden Tätigkeiten sind einfach, es braucht dazu keine besonderen Fähigkeiten.
Dieser Ansatz steckt nicht nur im von Henry Ford 1914 entwickelten Fliessband, sondern auch in jüngeren Managementtheorien zur Produktivitätssteigerung wie z. B. Qualitätszirkel, Kaizen, Just in Time.
Mit zunehmender Automatisierung und Informatisierung nimmt die Bedeutung manueller Arbeit ab. Dafür wächst der Anteil der Wissensarbeiter stark an. Gleichzeitig wachsen die Zusatzkosten, die durch schlechtes oder fehlendes Wissensmanagement entstehen.
Die Management-Herausforderung der nächsten Jahre ist, diese Zusatzkosten zu minimieren und die Produktivität der Wissensarbeiter zu erhöhen.
Ob sich die Ansätze von Taylor auf die Wissensarbeit übertragen lassen?
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------------ Management in der Wissensgesellschaft ------------------
In einem Artikel mit dem Titel "Mit Kopfarbeitern umgehen" beschreibt Fredmund Malik (Management Zentrum St. Gallen) die Führungsprobleme, die beim Umgang mit Wissensarbeitern entstehen.
In dem Artikel erkennt Malik richtig, dass Wissensmanagement bedeutet, Kopfarbeiter zu managen, und dass sich Kopfarbeiter nicht gleich führen lassen wie Handarbeiter.
Malik erkennt folgende Management-Herausforderungen:
1. Es müssen immer mehr Menschen geführt werden, die ihren Job selbst organisieren müssen und nur selbst organisieren können.
2. Man muss immer mehr Menschen führen, deren Produktivität man nicht im Griff hat.
3. Die Wissensgesellschaft bringt es mit sich, dass man mit Menschen zusammenarbeiten muss, deren Unterstellung kein Fundament für Führung mehr bildet.
4. Man muss immer mehr Menschen führen, deren Aufgaben man nicht versteht - und die man daher zunehmend auch als Menschen nicht versteht.
5. Man muss immer mehr Menschen führen, die andere Werte haben.
6. Man muss immer mehr Menschen führen, die auch als Manager besser sind als man selbst ist.
Malik schreibt: "Noch ist keineswegs klar, wie diese Probleme zu lösen sind. Zuerst muss man sie aber erkennen und ernst nehmen, um an ihnen arbeiten zu können."
Den vollständigen Artikel finden Sie in http://www.alpha-online.ch/archiv/texte/show_artikel.cfm?id=2121
Peter Drucker ist mit seinen Erkenntnissen bereits einen Schritt weiter. Er sieht sechs wesentliche Faktoren, welche die Produktivität von Wissensarbeitern bestimmen:
1. Die Produktivität von Wissensarbeitern steht in engem Zusammenhang mit der andauernden Beantwortung der Frage: "Was ist die eigentliche Aufgabe?" Das erfordert auch, dass die Verantwortung für die Produktivität den Wissensarbeitern selbst übertragen wird.
2. Wissensarbeiter müssen sich selbst steuern. Sie müssen das Recht dazu eingeräumt bekommen.
3. Permanente Innovation muss Bestandteil der Arbeit, der Aufgaben und der Verantwortlichkeit der Wissensarbeiter sein.
4. Wissensarbeit erfordert vom beteiligten Wissensarbeiter permanentes Lernen, aber genauso permanentes Lehren.
5. Produktivität eines Wissensarbeiters ist nicht - zumindest nicht an erster Stelle - eine Frage der produzierten Menge. Qualität ist mindestens genauso wichtig.
6. Die Produktivität von Wissensarbeitern erfordert, dass der Wissensarbeiter als "Wertfaktor" und nicht als "Kostenfaktor" gesehen und behandelt wird. Dahinter steht als erstrebenswerter Zustand, dass Wissensarbeiter für ein bestimmtes Unternehmen arbeiten möchten und es allen anderen vorziehen.
Drucker beschreibt damit ein Bild der Produktivitätsfaktoren, das in den meisten Punkten genau die entsprechenden Faktoren manueller Arbeit umkehrt:
Wenn auch dort Qualität wichtig ist und in der Regel Minimalvorgaben einzuhalten sind, so ist im Wissensumfeld die Qualität einer Entscheidung oder Durchführung von zentraler Bedeutung - und nicht nur die Einhaltung einer Minimalvorgabe.
Wissensarbeit ist ungleich schwerer zu beobachten und zu modellieren als körperliche Arbeit. Damit steht sie relativ weit vom Taylor'schen Ansatz.
Quintessenz: Weder Wissensarbeiter noch Wissensunternehmen können nach den mechanistischen Grundsätzen geführt werden. Führung von Wissensarbeitern heisst, geeignete Rahmenbedingungen zu schaffen.
Wie stark ist das Überleben Ihres Unternehmens von Wissensarbeit abhängig?
Wo steht Ihr Unternehmen in Bezug auf die sechs wesentlichen Faktoren, welche die Produktivität von Wissensarbeitern bestimmen?
Welche Möglichkeiten kommen für Ihr Unternehmen in Frage, um die Produktivität von Wissensarbeitern zu steigern?
Zu diesen Fragen komme ich gerne mit Ihnen ins Gespräch. Gemeinsam werden wir hilfreiche Antworten finden.
Rufen Sie mich einfach an oder schreiben Sie mir Ihr Anliegen: katz@wissen.org. Ich werde Ihnen umgehend antworten.
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- Status-Quo von Wissensverlust und Wissensbewahrung in Unternehmen -
Untersuchung der LMU München zum "Status-Quo von Wissensverlust und Wissensbewahrung in Unternehmen 2002"
Wie der Chef einer grossen deutschen Unternehmensberatung kürzlich bemerkte: "Mein wichtigstes Kapital hat Füsse. Jeden Abend verlässt es das Unternehmen. Ich kann nur hoffen, dass es am nächsten Morgen wiederkommt."
Alle Unternehmen verfügen über wertvolles implizites und explizites Wissen - doch was passiert, wenn die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen durch einen übermässigen Verlust an kompetenztragendem Wissen gefährdet wird?
Prof. Dr. Marcus Spies und Dipl. Wirt.-Inf. Jörg Trojan von der Ludwig-Maximilians-Universität München erarbeiten zur Zeit "Wissensbewahrungsstrategien", die Ansatzpunkte für entsprechende Gegenmassnahmen zur Verhinderung von Wissensverlust und aktiver Wissensbewahrung liefern sollen.
Das praxisnahe Forschungsprojekt wird mit einer Online-Untersuchung vom 18.2. bis 31.3.2002 gestartet, die den Status-Quo der Problematik Wissensverlust in Unternehmen feststellen soll.
Partizipieren Sie jetzt an den Ergebnissen und nehmen Sie teil unter: http://www.ifem.org/wb/status.htm
Alle Teilnehmer erhalten einen Ergebnisbericht und die Dissertation "Wissensbewahrungsstrategien". Mehr zur Dissertation finden Sie unter http://www.wissensstrategie.de
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Besten Dank für Ihr Interesse an meinem Newsletter!
Schöne Grüsse vom Bodensee
Christian Katz Katz und Partner, Unternehmensberatung für Wissensmanagement Rudwies 17, CH-9322 Egnach Tel. +41(0)71-470 03 30 Fax +41(0)71-470 03 31 katz@wissen.org http://www.WISSEN.org Ihr Unternehmen: ==> auf dem Weg zur WISSENsorganisation?
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--- NEWSLETTER-ARCHIV -----------------------------------------------
Sie haben die bereits erschienenen Newsletters nicht? Kein Problem! Sie sind zu finden in http://www.wissen.org/frames_newsletter.html.
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